Confiteor

Der evangelische Gottesdienst in Bayern beginnt nach dem Eingangslied mit dem Bekenntnis der "Sünden". Und das ist gut so. Es ist gut, sich zu Beginn eines Gottesdienstes daran zu erinnern, wie verführerisch und naheliegend es Tag für Tag erscheint, auf selbstgemachten Illusionen und Halluzinationen sein Leben zu gründen. Ein in Gott ruhendes Leben erkennt die eigene Hilflosigkeit an, weist das eigene Wissen in seine Schranken und bekennt sich zu seiner Bedürftigkeit nach einer Quelle, die es sich selbst nicht geben kann. Die "Sünde" ist nicht an erster Stelle eine moralische Übertretung, sondern eine Vernachlässigung der Ver-Antwortung gegenüber dem eigenen Selbst und so gegenüber Gott.