Fürbittengebete

Fürbitten Sonntag Judika

Gerechter Gott,

wir sind dabei, zurückzukehren in den Alltag unseres Lebens.

Wir danken für die Rast, die wir machen durften.
Jetzt heißt es wieder aufzubrechen mit unseren sieben Sachen, die zu uns gehören.

Es ist gut zu wissen, gerechter Gott, dass du mit uns in unseren Alltag ziehst.
Es ist gut, in dir einen Gefährten zu wissen, dem die Gefahren des Lebens bekannt sind.

Gerechter Gott,

wir bitten dich: lass dich nicht von unseren Ängsten vertreiben!
Und wenn wir giftig werden, so lasse dich bitte nicht vergiften!

Bleibe in uns mit deiner Barmherzigkeit und Freundlichkeit,
die uns die Kraft gibt, die nötig ist, in Würde unser Leben zu leben.

Gerechter Gott,

wir danken dir,
für deine Unverwüstlichkeit,
die mit uns zieht
in unseren Wüstenwanderungen,
die uns nährt und am Leben erhält, AMEN.

Fürbitten Sonntag Invokavit (2012)

Fürbittengebet Sonntag Invokavit 2012

Barmherziger Gott,

unser Zusammensein geht zu ende.
Jeder von uns kehrt wieder zu sich, in seinen Alltag zurück.

Wir bitten dich:
Dass die Kraft deiner Stille in uns wirken möge,
uns bewahren möge vor Hektik und Zerstreutheit.

Wir bitten dich:
Dass die Kraft deiner Liebe in uns wirken möge,
unseren Bewertungen und Beurteilungen Einhalt bieten möge.

Wir bitten dich:
Dass die Kraft deines Friedens in uns wirken möge,
unsere Unzufriedenheit mit uns und unseren Mitmenschen befrieden möge.

Wir bitten dich:
Dass die Kraft deiner Gnade in uns wirken möge
und uns genug sein möge, AMEN.

Wir beten gemeinsam mit den Worten unseres Lehrers und Bruders:

Vater unser

Fürbittengebet an Septuagesimae 2012

Fürbittengebet Septuagesimä

Barmherziger Gott,

unser Gottesdienst neigt sich seinem Ende zu.

Wir müssen wieder unserer Wege gehen.

Jeder für sich.

Was uns bleibt, ist die Erinnerung an das gemeinsam Erlebte.

Und auch sie wird verblassen, Neues wird auf uns einströmen,

unsere Aufmerksamkeit erfordern.

 

Und wir werden deine Barmherzigkeit wieder vergessen,

werden unsere Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen,

werden kämpfen und uns ärgern,

werden unsere Ängste wieder spüren,

und uns wieder schuldig fühlen.

 

Bis wir vielleicht uns neu erinnern,

neu vertrauen

auf deine große Barmherzigkeit, AMEN.

Fürbitten am 2. Sonntag nach Epiphanias 2012

Fürbittengebet am 2. Sonntag nach Epiphanias 2012

Heiliger Gott,

unser Gottesdienst neigt sich seinem Ende.
Wir haben versucht, deinem Wort in uns Platz zu machen,
deinen verwandelnden Gedanken in uns Raum zu geben.

Möge dein Wort der Liebe in uns keimen und wachsen,
möge es Früchte tragen, in denen deine Liebe weiter wirkt.

Und in Stunden des Schmerzes und der Ohnmacht wollen wir nicht verdrießen,
wir wollen unser Kreuz geduldig tragen,
im Guten, wie im Schlimmen,
in der Freude, wie im Leid.
Dabei wollen wir demütig bleiben und bescheiden.

Und wenn wir selber nicht mehr weiter wissen,
so wollen wir uns dir anvertrauen,
dir, unserem Vater,
zu dem wir vertrauensvoll beten:

Vater unser …

Fürbittengebet zum 10. Sonntag nach Trinitatis 2004

Fürbitten zum Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis 2004

Geheimnisvoller, barmherziger Gott,

dich zu entdecken heißt sich selbst loszulassen,
dein Licht leuchten lassen heißt, durch die eigene Finsternis gehen,
deine Wahrheit erleben heißt, sich von den eigenen vertrauten Illusionen zu verabschieden,
deine Liebe leben heißt, sich dem Fremden, Unbekanntem freundlich zuzuwenden.
Bitte schenke uns immer wieder die Kraft, diesen Weg ins Unbekannte zu wagen.

Wir bitten dich für all die Menschen, die nicht in Frieden leben können – und gedenken heute besonders den immer neuen Ausschreitungen in Israel:
Gib allen beteiligten Menschen die Kraft, erlittenenes Unrecht zu vergeben;
es scheint so schwer zu sein, die Teufelsspirale von Hass und Gewalt zu durchbrechen – und dennoch:
Wir brauchen deine Kraft gegen die Resignation, gegen unser Sich-Einrichten in der traurigen Sicherheit, dass ja GottseiDank bei uns alles in Ordnung sei.

Wir bitten dich für uns, die wir jetzt gerade um Frieden beten: lass uns nicht glauben, damit seien wir auf der richtigen Seite, wir hätten es gefunden. Suchende sind wir, wie alle.

Stärke unser Vertrauen auf die nicht sichtbaren Dinge, lass uns Schüler sein derer, die im Vertrauen auf Dich ihre eigenen Ängste mildern konnten.

Stärke unsere Fähigkeit, in Beziehung zu leben und in Beziehung zu bleiben –
In Beziehung zu dir und zu unseren Mitmenschen.

Wir fassen alle unsere Wünsche und Sorgen zusammen in das Gebet, das unser Bruder Jesus uns lehrte:

Fürbitten 4. Sonntag nach Trinitatis 2004

Fürbitten zum 4. Sonntag nach Trinitatis 2004

 

Heiliger Gott,

 

wir danken Dir für das Erlebte, für die Gemeinschaft miteinander

und Du mitten unter uns!

 

Wir bitten Dich:

Dass in der vor uns liegenden Woche deine Kraft uns begleiten möge,

Deine Geduld unsere Unsicherheiten und Zweifel trägt,

Dein Mitgefühl unseren Schmerz lindert,

Deine Freundlichkeit unseren Ärger zähmt,

Deine Wahrheit unsere Verwirrungen erhellt,

Deine Liebe unseren Hass verwandelt.

 

Wir bitten Dich um das Erleben deiner klaren und stärkenden Gegenwart in unserem Alltag, in unserer Familie, in unserem Beruf,

wir bitten dich um deine sättigende Nähe,

wenn wir uns einsam fühlen, bedürftig und hungrig.

 

Wir bitten dich für unsere Mitmenschen:

Möge sich deine Freundlichkeit ausbreiten auf diese Welt,

möge sich Gerechtigkeit und Demokratie mit der Kraft der Liebe durchsetzen,

möge Frieden einziehen in die Häuser der Menschen. AMEN.

Fürbittengebet am 3. Advent 2011

Fürbittengebet zum dritten Advent

Adventlicher Gott,

wir wollen dir den Weg bereiten:
dir, in dem die ganze Wahrheit unseres Lebens Raum gewinnen darf,
dir, vor dem wir uns nicht zu verstecken brauchen,
dir, der du die Barmherzigkeit bist und die Wahrhaftigkeit.

Adventlicher Gott,

lass uns Arme sein, den Hirten gleich,
lass uns Suchende sein, wie die Magier aus dem Morgenland,
lass uns Empfangende sein, wie Maria.

Adventlicher Gott,

du willst Mensch werden, einer von uns.
Nicht nur einer von uns:

Du willst Mensch werden, in uns.
Möge deine Wahrhaftigkeit,
möge deine Barmherzigkeit in uns leuchten,
möge sie von uns ausstrahlen und andere Menschen entflammen,
dir zur Freude, uns zum Frieden, AMEN.

Fürbitten am drittletzten Sonntag im Kirchenjahr 2011

Heiliger Gott,

deine Sphäre ist das Reich der Verbindungen,
deine Zeit ist der Atem der Gegenwart,
dein Werk ist die Halt gebende, annehmende Liebe.

Deine Liebe schenkt uns die Kraft zu leben:
Zu erleben:
Es gibt ein sich wandelndes, ein neues Jetzt,
ein jetzt gerade und jetzt erst recht,
ein jetzt, das sich nicht unterkriegen lässt,
selbst wenn die Wellen der Zweifel und der Verzweiflung sich auftürmen.

Deine Liebe ist das Jetzt unseres Leben:
Sie ist zart, wie eine kleine Berührung,
sie ist flüchtig, wie eine ziehende Wolke,
sie ist leise, wie das Säuseln des Windes in einem Baum.

Deine Liebe stillt uns.
In ihr werden wir still,
in ihr verstummen unsere Sorgen und unsere Plagen,
unsere Ängste und unsere Zweifel.

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils.

Wir danken dir – heiliger Gott, AMEN.

Fürbittengebet am 17. Sonntag nach Trinitatis

Fürbitten am 17. Sonntag n. Tr.

Barmherziger Gott,

wir stehen hier gemeinsam vor dir, so wie wir sind:
mit unseren Ängsten, mit unseren Sorgen, mit unseren Zweifeln.
Mit unserem Misstrauen.

Mögen wir glauben, Gott, in allem Unglauben, in allem Zweifel, in aller Unsicherheit.

Mögen wir glauben, Gott, im Angesicht des Misstrauens.

Mögen wir glauben, Gott, im Gegenüber des Schweigens, des Ignoriert-und Verlacht-Werdens.

Mögen wir glauben, Gott, im Erleiden von Krankheiten und der Schmerzen unseres Altwerdens.

Mögen wir glauben, Gott, im Angesicht unserer Sünden, unseres verfehlten Lebens.

Mögen wir glauben, Gott, mit der glühenden Liebe, die allein du uns zu schenken vermagst;

Mögen wir glauben, Gott, an das, worum wir bitten mit den Worten von Jesus Christus:

Vater unser

Fürbittengebet 16. Sonntag nach Trinitatis 2011

Fürbitten am 16. Sonntag n. Tr.

Barmherziger Gott,

immer wieder verstecken sich Teile von uns vor dem Leben.
Sie sind liegen geblieben oder haben sich zurückgezogen:
in selbstgemauerten Grabhöhlen.

In uns hinterlassen sie Gefühle von Sinnlosigkeit und Anstrengung.

Wir bitten dich, Gott des Lebens:

Wecke uns auf, lass uns wach sein und wach bleiben.

Und wenn die Ängste kommen, so stärke unser Vertrauen:
Schenke uns Sicherheit, die sich dir zuwendet,
und nicht unseren selbstgemachten Götzen und Illusionen.

Schenke uns die Klarheit, den Unterschied zu erkennen,
zwischen der Kraft wirklichen Lebens und der Schalheit eingebildeten, selbst hergestellten Lebens.

Und verwandle unsere Worte in Botschaften, die vom Leben künden: in Demut, Liebe und Respekt vor der Andersartigkeit des anderen.

Verwandle unsere Worte in Botschaften die künden: „Das von dir geschenkte Leben ist wertvoll und schön!“

Gelassen und heiter, in der Freiheit der Kinder Gottes beten wir mit den Worten von Jesus Christus:

Vater unser

Fürbitten zum 13. Sonntag n. Tr.

Barmherziger Gott,

du bist die Liebe; wer in der Liebe bleibt, der bleibt in dir und du in ihm.

Wir bitten dich:

Dass unsere Kraft zu lieben zunehme, je älter wir werden
Dass unsere Freude am Leben wachse, je schwächer wir werden.
Dass unsere Weisheit sich weite, je weniger wir von der Welt und den neuen Techniken verstehen.

Wir bitten dich:

Dass wir erschrecken, wenn wir Recht haben wollen.
Dass wir uns halten, wenn wir zornig sind.
Dass wir uns zurück nehmen, wenn wir auf den anderen einreden.

Wir bitten dich:

Dass wir in jedem Augenblick aufmerksam sind: für uns selbst und für das, wo wir gerade sind.

Dass wir merken, wenn wir uns über andere erheben oder wenn wir Andere über uns stellen.

Dass unser Glaube in der Tiefe getragen ist von der Liebe.

Wir beten gemeinsam mit den Worten deines Sohnes:

Fürbitten 4. Sonntag n. Trinitatis 2011

Fürbitten zum 4. Sonntag nach Trinitatis

 Barmherziger Gott,

immer wieder verwenden wir unseren Zeigefinger, um versteckt oder offen auf die Fehler unserer Mitmenschen zu deuten,

immer wieder verwenden wir unseren Verstand, um die Schwächen der Anderen aufzudecken,

immer wieder halten wir uns im Geheimen für die besseren Menschen.

Wir bitten dich: schreite ein gegen unseren Hochmut, gegen unsere Besser-Wisserei!

Einer trage des Anderen Last: Herr, wir brauchen einen starken Rücken, wir brauchen ein kräftiges Rückgrat, wir brauchen Zivilcourage.

Und wir brauchen Demut.

Herr, wir wissen: wir müssen trainieren, um unseren Rücken zu kräftigen.

Wir wissen: wir müssen uns darin üben, uns selbst nüchtern zu hinterfragen.

Aber alles in Demut.

Ohne dein Wort der Erlösung bleiben wir hart und unerlöst: uns selbst und unseren Mitmenschen gegenüber.

Barmherziger Gott, erweiche unsere Herzen und Sinne, auf dass wir demütig werden.

So wollen wir beten, wie unser Herr uns zu beten gelehrt hat:

Fürbitten zu Sexagesimae

Unsichtbarer Gott,

du hast uns alles gegeben, was wir zum Leben brauchen:
deine Worte ermöglichen ein friedliches und freundliches Zusammenleben,
sie kräftigen uns für unseren Alltag
und helfen uns in unserer Schwachheit.

Bewahre uns davor, deine Worte dogmatisch zu missbrauchen:
Ein Staat lässt sich mit deinen Worten nicht machen.

Öffne unsere Herzen, dass sie deine Worte empfangen können,
die uns frei machen und lebendig.

Schenke uns den Mut, heute zu leben,
Deine Gegenwart jetzt zu erleben,
indem wir Ja sagen zu dem, wie es gerade ist,
wie wir gerade sind.

Herr, lass uns lernen, so bedingungslos Ja zu deiner Gegenwart zu sagen,
wie es Jesus uns vorgelebt hat.

Mit ihm beten wir:
Vater unser

Zur Predigt

Fürbitten zum Sonntag Okuli 2011

Geheimnisvoller Gott,

 

schweigend stehen wir vor dir.

Stille umgibt uns.

Du selbst bist die Stille.

DU hast dich Elia offenbart als die Stimme verschwebenden Schweigens.

Deine Stimme kennt keinen Triumph.

Sie ist zärtlich und fein.

Sie ist leise.

So leise,  dass wir sie oft im Getriebe der Welt nicht hören.

 

Deine Stimme will heilen und verbinden.

Zerrissenes wird neu vernetzt,

Geknicktes wird aufgerichtet.

Unser Augenmerk richten wir auf dich, HERR

und beten mit den Worten unseres Bruders Jesus:

Fürbitten Sonntag Judika 2010

Fürbitten Sonntag Judika 2010

Unser Gott,

wir stehen hier als Menschen.
Wir tragen unser gelebtes Leben mit uns: unsere Freuden und unsere Schmerzen, unsere Erfolge und unser Scheitern, unsere Hoffnungen und unser Verzagen.

Es ist gut zu wissen, dass dir, unserem Gott, unser Mensch-Sein nicht fremd ist.
Es ist gut zu wissen, dass dein eigener Sohn kein Supermann ist, der alles kann und alles weiß, sondern ein Mensch ist wie wir.

Ein Mensch, der über das Leiden das Hören lernen musste: das Hören auf die Stimme deiner ohnmächtigen Liebe, die uns zu dir ruft. Und es ist gut zu wissen, dass du dem Mensch-Sein deines Sohnes geantwortet und es in dich hinein vollendet hast.

Unser Gott,

in der Menschlichkeit deines Sohnes sind wir mit dir verbunden –
und in dieser Verbindung empfangen wir die Kraft, die wir brauchen, um unser Leben anzunehmen, so wie es ist.

In dieser Verbindung empfangen wir die Kraft, die wir brauchen, um unsere Mitmenschen anzunehmen: so, wie sie sind.

Unser Gott,

stärke unser Hören-Können auf dich, auf dein Wort und auf die Menschwerdung deines Wortes in Jesus Christus, unserem Herrn und Bruder  AMEN.

Fürbitten zum Gründonnerstag 2009

Fürbittengebet zum Gründonnerstag 2009

Jesus Christus,
die Stunde des Abschieds naht.
Verraten und verkauft, verspottet und verlacht,
aufgehängt an einen groben Balken – damit scheint deine Botschaft zu Ende gegangen zu sein.

Schweigen umhüllt uns.
Und Dunkelheit.
Dunkle Nacht.

War das alles? Das ist die bange Frage.

Wir wissen es nicht.

Wir haben nun dein Gedächtnis – wird es uns genügen?

Das Gedächtnis deiner Liebe und deines Dienstes.

Darin sollen wir als deine Freunde und Jünger erkannt sein.

Und nicht in unserer Weisheit, nicht in unseren Ämtern und Titeln, auch nicht in unserem materiellen Hab und Gut.

Jesus Christus,
die Stunde des Abschieds naht.
Vergiss bitte nicht, dass wir schwach sind.
Bitte setze nicht voraus, dass wir tragen können, was du ertragen konntest.

Jesus Christus,
wir sind so sehr auf deine Kraft angewiesen.
Gerade in der Stunde des Abschieds.

Wir müssen dich jetzt gehen lassen – du hast deinen Weg zu gehen, so wie jeder von uns seinen Weg zu gehen hat.

Jesus Christus – es ist gut so. AMEN

Fürbittengebet am vierten Advent 2008

Schlussgebet vierter Advent

Adventlicher Gott,

sehnsüchtig erwarten wir deine Ankunft in unsere Welt.
Es ist eine Welt voller Bedrückungen und Unterdrückungen,
eine Welt voller Missbrauch und Manipulation,
voller Gier und Hass, voller Neid und Ausbeutung.

Meine Seele ist bedrückt, lieber Gott,
Sorgen und Unzufriedenheit lasten schwer auf ihr.

Sorgen und Ängste um meine Zukunft,
Hader und Scham über meine Vergangenheit quälen mich.

Ich wünsche mir für Weihnachten eine neue Seele, lieber Gott –
Eine Seele, in der es schwingt und klingt,
eine Seele voller Licht und Klarheit.

Ich wünsche mir eine Seele, die dich und deine Barmherzigkeit preist!

Ich weiß und habe es immer schon gewusst:
Ich bin von dir abhängig – ich bin auf dein Zuvor-Kommen angewiesen:
Auf das Zuvor-Kommen deiner Gnade,
auf das Zuvor-Kommen deiner Freundlichkeit,
auf das Zuvor-Kommen deiner Liebe.

Jeden Tag bietest du mir aufs Neue deine Freundschaft an –
ich müsste nur einschlagen in die Hand, die du mir reichst!

Und jeden Tag kämpfe ich mit meinem Stolz, der dich abweisen möchte,
der dich kontrollieren möchte, der über dich und deine Ankunft in mir bestimmen möchte.

Und jeden Tag kämpfe ich mit meinem Hass, der deine Liebe nicht will, weil er weiß – in deiner Liebe löst er sich auf – wie der Nebel im Licht der warmen Sonne.

Und jeden Tag kämpfe ich mit meiner Vergesslichkeit, vergesse dich und deine frohe Botschaft, stattdessen finde ich mich im Alt-Vertrauten wieder, wo du nicht vorkommst.
Lieber Gott, ich bin des Kämpfens müde – ich würde mir so wünschen, dass du in mir bist und bleibst – nicht nur jetzt, sondern an jedem Tag meines Lebens.  
AMEN.

Fürbittengebet am Sonntag Sexagesimae 2005

Fürbittengebet am Sonntag Sexagesimae 2005

Geheimnisvoller Gott!

Es ist gar nicht so leicht, sich für Deine Stimme zu öffnen –
Der Lärm der Welt, ihr geschäftiges Tun und Treiben legen sich immer wieder über Dein Wort. Wie die Dornen das Getreide können sie dein Wort an uns zuwuchern.

So bitten wir Dich: gib uns die Kraft und den Mut, auszuscheren aus dem Getriebe dieser Welt, indem wir inneren und äußeren Raum schaffen und finden für Dein Wort – das aus der Stille kommt und nur in der Leere fruchtbar werden kann.

Stärke uns in unserem Vertrauen, auf Dein Wort, das uns kein Paradies verheißt, sondern uns zu uns selbst, in unser natürliches Wachstum und in unsere natürliche Bestimmung führen will.

Du rufst uns immer fort mit Deinem Wort, in Deinem Wort sind wir erkannt und gemeint, in Deinem Wort leuchtet unser tiefes Wesen auf.

Großer Gott,
einen langen Weg bist Du mit uns gegangen – als Gott Abrahams, als Gott Isaaks und als Gott Jakobs hast Du Dich erwiesen;
als liebender Vater Deines Sohnes Jesus Christus bist sogar mit in den Tod gegangen.

Du willst Dich unser nicht bemächtigen, sondern uns ein freundliches Gegenüber sein. Du hast Freude an unserer Freiheit und nicht an unserer Knechtschaft! Dein Reich ist das Reich des Vertrauens, der Freude und der Liebe. Dass dieses Reich leuchten möge in unserer dunklen Welt, dafür beten wir mit den Worten unseres Bruders Jesus Christus:

VATER UNSER

Fürbittengebet zum 3. Advent 2004

Kommender unverfügbarer Gott, der Du selbst im Werden bist,
wir wenden uns an Dich in unserer Not und inneren Dunkelheit
Wir hören Deine Stimme, die zur Umkehr ruft!

Verleihe uns das Vertrauen, uns Deiner Stimme öffnend hinzugeben,
Dir den Weg zu bereiten –
Befreie uns von unseren inneren Wegelagerern,
die den Weg zu dir blockieren,
die mit „es ist eh alles sinnlos“ argumentieren
und dass das Neue keine Chance hat,
die im vertrauten Trott der Routine bleiben wollen und jeder Veränderung ein „lass mich in Ruhe!“ entgegenschreien.

Das Leben Deines Sohnes legt Zeugnis ab davon, wie es geht Neues zu wagen:
Wie schön es ist aber auch wie schmerzhaft
Wie erfüllend aber auch wie gefährlich.
Wir bitten Dich für die konstruktiven Neuerer in unserer Gesellschaft: dass sie nicht resignieren gegenüber der Macht des Alten und Gewohnten.

Wir bitten dich für unsere eigenen inneren Kräfte der Erneuerung:
Stärke sie und verleihe ihnen deine göttliche Kraft des Lebens
Auf dass deine Freude am Leben täglich in uns aufgehe und ihr Licht leuchte
in die Dunkelheit unseres Zauderns.

Wir wollen alltäglich versuchen DIR den Weg zu bereiten
Und unser altes, aus der Angst geborenes Misstrauen verwandeln in Vertrauen.
Wir wissen, dass Du gerade kein Besitz bist – nicht zu haben und nicht zu bekommen bist –
Aber je mehr wir uns Dir öffnen, desto heller kann dein Licht in uns leuchten,
desto fester kann sich dein Reich in uns verankern,
desto deutlicher wird dein Wille unseren Lebensweg führen.

In all unseren Ängsten, Sorgen, ja in unserer Verzweiflung wenden wir uns an unseren Verbündeten, dem diese Gefühle nicht fremd sind und beten mit den Worten unseres Bruders Jesus Christus:

Fürbitten zum 18. Sonntag nach Trinitatis

Lieber Gott,

immer wird Dein Name missbraucht,
wird in Deinem Namen Hass statt Liebe gepredigt,
wird in Deinem Namen Gewalt statt Fürsorge geübt!

Barmherziger Gott,

immer wieder wird das Leben Deines Sohnes unseres Bruders missbraucht,
um Angst zu schüren, statt Vertauen zu stärken,
um Gericht zu predigen und Ideologien zu zementieren,
statt Toleranz zu lehren und  Offenheit vorzuleben.

Wahrer Gott,

immer wieder wird Dein Heiliger Geist missbraucht,
setzt sich menschlicher Verstand an Deine Stelle,
regiert der Geist unlebendiger Normen und selbstgerechter  Richtigkeiten
und nicht der Heilige Geist der Gerechtigkeit, Freude und gegenseitiger Achtung.

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